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The art has no limits, no restrictions and no Fixform. The Künster therefore also has no limits, no restrictions and no standards. But what if the art and classified as sin the artist is punished for his art as a sinner? Then the habitat of the art and the artist is at risk, where art and artists can not exist.

The German-Iranian artist „Tiba“ left his birthplace „Iran“ precisely for these reasons, as an artist and art as well as journalism and press and dissidents and ethnic minorities are suppressed since the Islamization of the country in 1979th

Tiba tells his memories of the oppression in his creative and unique art style, with a memorable and recognizable style called „Pairing“. Its unusual style „spirals“ gives him the title of „Spira List“.

For more information on this new art form and especially the artist „Tiba“ can be found at TIBART. The Official Site of Tiba.

Mein spiritueller Lebenslauf

Ich war 6 Jahre alt, als ich meinen besten Freund, den Pinsel, kennen lernte.

Wir verstanden uns immer sehr gut, ohne bloß ein Wort miteinander zu wechseln.

Er färbte meine Träume, und ich zeigte ihm, wie er auf dem Leinwand elegant tanzen kann.

Wir waren die glücklichsten Freunde, bis im Jahr 1979 die Farben anfingen zu sterben.
Jeden Tag starben sehr viele Farben, bis es dann nur noch eine Farbe gab, nur grau.

Ich war 13, als ich in den Turbulenzen der „islamischen Revolution“
zwangsweise einen neuen Freund „G3“ (Gewehr 3) kennen lernte.

Er war furchterregend, kalt und unempfindlich.

Mit ihm fühlte ich mich unbesiegbar. In diesen Zeiten vernachlässigte ich meine
Freundschaft mit dem Pinsel. Er war allein zu Hause und traurig.

Mit meinem neuen Freund zog ich dann an die Front, dort blieb
ich sechs Monate lang. Als ich dann wieder zurückkam,
war der Pinsel nicht mehr da. Er war weg!

Ich suchte nach meinem Pinsel und er flüchtete vor mir und ließ sich nicht mehr blicken,
denn er wusste was ich mit ihm vorhatte und das war Tabu und verboten.

Meine Beziehung zu G3 hat nicht lange angedauert.
Er war in meinen Augen sehr gewalttätig und mit mir nicht im Einklang!
Damit ich mich endgültig von G3 trennen und verabschieden konnte,
musste ich eine zweijährige Wehrpflicht absolvieren. Danach habe ich ihn nie wieder gesehen!

Ich suchte wieder nach meinem Pinsel. Ich wusste, dass ich ihn nur dort finden kann,
wo die Freundschaft mit ihm kein Tabu ist. Ich musste meine Heimat verlassen
und dafür brauchte ich einen Job, damit ich ein Einkommen habe.

Mit 21 habe ich eine Ausbildung zum Teppich- und Textilrestaurator gemacht
und lernte eine neue Freundin kennen. Die Schere. Sie war keine normale Schere,
sie war anders. Sie war sehr scharf und charmant. Ihre Figur war unglaublich schön.
Ich hatte alles im Griff, wenn ich sie in die Hände nahm.

Während meiner Ausbildung ist eine feste Freundschaft zwischen mir,
der Schere und der Nadel entstanden.

Wir Drei haben zusammen das Land verlassen. Wir hatten mit vielen
Schwierigkeiten zu kämpfen. Wir konnten viele tote Seelen zum Leben erwecken.
Die Schere schneidete meine großen Sorgen klein, damit ich sie besser verdauen konnte.

Sie hat mir geholfen, mein Brot zu verdienen und sah dabei immer schärfer und schöner aus.

Fortsetzung folgt…